Prüfungsproblematik

Auszug aus einem persönliches Gespräch am 7. 7. 2005 zwischen dem Verfasser des Artikels und einer leitenden Mitarbeiterin der Führerscheinstelle Stuttgart, Abtl. Personenbeförderung, Frau P.

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Verfasser: Frau P., woher kann ich amtl. Prüfungsbögen (für die Ortskundeprüfung in Stuttgart, Anm. d. Red.) beziehen?

Frau P.: Es gibt keine amtlichen Prüfungsbögen!

Verfasser: Sind amtl.Prüfungsbögen bei amtl. Prüfungen nicht Vorschrift um Chancengleichheit und Ausgewogenheit und fundierte Prüfungsvorbereitungen zu ermöglichen? Bei amtl. Führerscheinen wie Sportbootführerschein, Motorrad- und PKW-Führersschein ist das so!

Frau P.: Wir sind die Stadt Stuttgart und nicht der Bund - wir brauchen das nicht.

Verfasser: Sie stimmen also zu, dass es keinen definierten Prüfungsfragenkatalog gibt und die einzigen Unterlagen für EURO 600,- Kursgebühr bei der Taxizentrale Stuttgart zu haben sind?

Frau P.: Es gibt Stadtpläne zur Prüfungsvorbereitung und mit der TAZ (Taxi-Auto-Zentrale Stuttgart, Anm. d. Red.) haben wir nichts zu tun.

Verfasser: Kann ich erfahren, wie viele Teilnehmer bei der letzten Prüfung durchgefallen sind?

Frau P.: Das kann ich Ihnen nicht sagen.

Verfasser: Ich möchte keine persönlichen Daten, sondern eine anonymisierte Statistik über die Durchfallquoten.

Frau P.: Haben wir nicht.

Verfasser: Gehe ich recht in der Annahme, dass bei der Prüfung am 06. 07. 2005 nahezu alle Teilnehmer durchgefallen sind?

Frau P.: Nunja, so ziemlich...das Ergebnis war sehr schlecht.

Verfasser: Also über 80% oder so...?

Frau P.: Ja!

Verfasser: Sie wissen, dass bei Verwaltungsrechtlern die Auffassung herrscht, dass Durchfallquoten über 50 % bei amtl. Prüfungen bedenklich sind, und dass Durchfallqoten über 80% nicht haltbar sind. Hier sind die Anforderungen regelmäßig zu hoch oder die Möglichkeiten zur Prüfungsvorbereitung eingeschränkt.

Frau P.: [nimmt schmunzelnd zur Kenntnis]

Verfasser: Ich habe die Prüfungsfragen der Prüfung vom 05. 07. 2005 drei Taxiunternehmern mit langjähriger Berufserfahrung mit dem Ergebnis vorgelegt, dass alle drei durchgefallen wären.

Frau P.: Wenn Sie heute noch einmal Ihren Führerschein machen müssten, würden Sie auch durchfallen.

Verfasser: Aber da habe ich wenigstens Prüfungsunterlagen mit denen ich mich gezielt vorbereiten kann.

Verfasser: Stellen Sie sich vor, der Fahrlehrer sagt Ihnen Prüfungsunterlagen haben wir nicht, aber gehen Sie raus, da stehen ja alle Strassenschilder.

Frau P.: [schweigt]

Verfasser: Sie haben bei der letzten Prüfung z. B. den PROBSTSEE als wichtiges Objekt abgefragt. Leider ist es nun so, dass dieser See nicht einmal in den Vorbereitungsunterlagen der Taxizentrale vorkommt. Wer entscheidet, was wichtige Objekte sind?

Frau P.: Das liegt in unserem Ermessen.

Verfasser: Es kann also sein, dass beim nächsten Mal auch nach dem KATZENBACH gefragt wird?

Frau P.: [zuckt mit den Schultern...]

Verfasser: Wenn es keinen amtl. Fragenkatalog gibt und keine definierten Prüfungsaufgaben, dann handelt es sich also um eine Geheimprüfung?

Frau P.: Ich sagte doch schon, es gibt Stadtpläne und Strassenverzeichnisse...und außerdem fragen wir nur nach wichtigen Sachen!

Verfasser: [verdutzt] aha...

...

In einem tel. Gespräch am 21.7. 2005 mit Frau F. von der Führerscheinstelle erfuhr der Verfasser dann noch, dass die Prüfungsbögen von Frau P. selbst erstellt werden.

Na dann, gutes Gelingen...